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𝐃𝐚𝐬 𝐢𝐬𝐭 𝐮𝐧𝐬𝐞𝐫 𝐋𝐞𝐛𝐞𝐧.

  • Patricia Pfarrhofer
  • 4. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Eine Serie über das Jungsein im Heute – Lebensrealitäten, die berühren, irritieren und oft übersehen werden.


𝐅𝐨𝐥𝐠𝐞 3: 𝐀𝐮𝐟 𝐝𝐞𝐫 𝐒𝐮𝐜𝐡𝐞 𝐧𝐚𝐜𝐡 𝐒𝐢𝐧𝐧.


In einem Gespräch mit einer jungen Frau, die gerade ihre Lehre abgeschlossen hat, erzählte sie mir von ihrem neuen Job in einem Produktionsbetrieb. Sie arbeitet gewissenhaft, ist pünktlich, bemüht sich. Und dann sagte sie plötzlich diesen einen Satz – leise, fast entschuldigend: 

„Ich möchte, dass das, was ich mache, für irgendwas gut ist. Nicht nur, damit halt was gemacht ist.“


Ein Satz, der blieb.

Weil er so viel über das Bedürfnis nach Sinn verrät. Weil er zeigt, dass es jungen Menschen nicht reicht, funktionierender Teil einer Maschine zu sein. 

Sie wollen wissen: Wofür? Für wen? Warum eigentlich?


Diese Fragen sind nicht naiv, schon gar nicht banal. Sie sind Ausdruck einer Generation, die in einer Zeit voller Krisen, Brüche und Widersprüche groß wird – und sich wünscht, mitgestalten zu dürfen.

Was sie suchen, ist keine Heldenmission. Es ist die leise Hoffnung, dass ihre Arbeit irgendeinen Beitrag leistet. 

Dass sie zählt. 

Dass sie gesehen wird.


Für mich war das ein Spiegel:

In meiner ersten beruflichen Phase habe ich nicht gefragt, ob meine Arbeit sinnvoll ist.

Ich habe sie einfach gemacht. Um mein Leben zu finanzieren. Ja klar hatte ich Pläne. Und Wünsche. Aber diese ließen sich eben nur zum Teil zu Beginn erfüllen. 


Heute denke ich: Wir haben nicht gefragt, ob es sinnvoll ist. Wir waren damit beschäftigt, uns anzupassen, um voranzukommen. 

Vielleicht war das notwendig. Vielleicht auch nicht.

Aber was wäre möglich gewesen, wenn wir den Sinn früher mitgedacht hätten?


🧭 Was können wir daraus lernen?


1. 𝐒𝐢𝐧𝐧𝐬𝐭𝐢𝐟𝐭𝐮𝐧𝐠 i𝐬𝐭 𝐞𝐢𝐧 𝐥𝐚𝐧𝐠𝐟r𝐢𝐬𝐭𝐢𝐠𝐞𝐫 𝐏𝐫𝐨𝐳𝐞𝐬𝐬.

Führungskräfte sollten jungen Mitarbeitenden nicht bloß Aufgaben geben, sondern ihnen zeigen, wie ihre Arbeit mit dem Großen und Ganzen verbunden ist – mit den Zielen, der Vision, dem Warum.


2. 𝐅𝐞𝐞𝐝𝐛𝐚𝐜𝐤 𝐮𝐧𝐝 𝐀𝐧𝐞𝐫𝐤𝐞𝐧𝐧𝐮𝐧𝐠 𝐬𝐢𝐧𝐝 𝐖𝐞𝐠𝐰𝐞𝐢𝐬𝐞𝐫.

Menschen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen, brauchen mehr als Kontrolle – sie brauchen Bestätigung, dass ihr Tun etwas bewirkt. Dass ihre Arbeit einen Unterschied macht, dass sie gebraucht werden.


3. 𝐔𝐧𝐭𝐞𝐫𝐧𝐞𝐡𝐦𝐞𝐧𝐬𝐤𝐮𝐥𝐭𝐮𝐫 𝐢𝐬𝐭 𝐠𝐞𝐥𝐞𝐛𝐭𝐞 𝐒𝐢𝐧𝐧𝐯𝐞𝐫𝐦𝐢𝐭𝐭𝐥𝐮𝐧𝐠.

Werte sind nicht das, was an der Wand hängt – sondern das, was spürbar wird. Wenn junge Menschen erleben, dass Sinn nicht nur hergeredet, sondern bei jedem Mitarbeitenden spürbar ist, entsteht Bindung. Und echte Motivation.


Denn das ist ihr Leben. Und unsere Verantwortung.



 
 
 

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