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𝐃𝐚𝐬 𝐢𝐬𝐭 𝐮𝐧𝐬𝐞𝐫 𝐋𝐞𝐛𝐞𝐧.

  • Patricia Pfarrhofer
  • 4. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Lebensrealitäten junger Menschen. 


Mit dieser kleinen Serie möchte ich Einblicke in das Jungsein im Heute geben – in Lebensrealitäten, die berühren, irritieren und oft übersehen werden.


𝐅𝐨𝐥𝐠𝐞 1: 𝐌𝐞𝐬𝐬𝐞𝐫𝐤𝐫𝐢𝐦𝐢𝐧𝐚𝐥𝐢𝐭ä𝐭.


In meinen Workshops frage ich junge Berufseinsteiger:innen manchmal:

 „Was bewegt dich aktuell gesellschaftlich oder politisch?“

Es ist eine offene Frage. Und manchmal ist auch die Antwort offenherzig.

Vor kurzem sagte ein junger Mensch ohne zu zögern:

„Messerkriminalität.“


Ich war irritiert – und fragte vorsichtig nach, was er damit meint.

Die Antwort traf mich mit voller Wucht: „Mein Leben ist gefährlich. Wenn ich am Samstagabend in die Stadt gehe, würde ich sagen, dass ca. 60 % der Leute dort ein Messer bei sich haben.“


Noch selten kam ich mir so privilegiert und „ländlich behütet“ vor wie in diesem Moment.

Meine größte Sorge als Jugendliche? Ob nach 22:00 Uhr noch ein Bus nach Hause fährt. Um mein Leben fürchten musste ich mich nie.


Ich weiß: Diese eine Realität ist nicht die allgemeine. Aber sie ist eine Realität. Seine Realität. Und wenn sie in einem Seminarraum sitzt, dann sitzt sie auch irgendwann im Team. Möglicherweise in deinem Team. 

Sie taucht nicht immer in Worten auf – aber sie ist da.

Still. Täglich. Und sie wirkt.


𝐖𝐚𝐬 𝐛𝐞𝐝𝐞𝐮𝐭𝐞𝐭 𝐝𝐚𝐬 𝐟ü𝐫 𝐮𝐧𝐬 𝐚𝐥𝐬 𝐀𝐫𝐛𝐞𝐢𝐭𝐠𝐞𝐛𝐞𝐫:𝐢𝐧𝐧𝐞𝐧, 𝐀𝐮𝐬𝐛𝐢𝐥𝐝𝐞𝐧𝐝𝐞, 𝐅ü𝐡𝐫𝐮𝐧𝐠𝐬𝐤𝐫ä𝐟𝐭𝐞?

Wir sprechen viel über Motivation, Leistung und Regelkonformität.

Über Pünktlichkeit. Über Disziplin.

Aber wie wirken unsere Erwartungen auf jemanden, der im Alltag damit beschäftigt ist, sein pures Überleben zu sichern, bevor er über Selbstverwirklichung nachdenken kann?

Was lösen unsere Regeln aus – in jungen Menschen, die gelernt haben, dass das Leben unberechenbar, gefährlich, manchmal sogar feindlich sein kann?

Und wie wirkt das auf ihr Verhältnis zu „Arbeitgebern“, zu Autoritäten, zu Strukturen?


𝐖𝐚𝐬 𝐔𝐧𝐭𝐞𝐫𝐧𝐞𝐡𝐦𝐞𝐧 𝐝𝐚𝐫𝐚𝐮𝐬 𝐥𝐞𝐫𝐧𝐞𝐧 𝐤ö𝐧𝐧𝐞𝐧:

1. Sicherheit ist mehr als ein Schild am Eingang. Sie beginnt dort, wo ein Mensch spürt: Hier ist Raum für mich. Hier ist jemand, der sich für meine Realität interessiert.

Und: Vertrauen zu fassen in einer Welt, in der man nur ganz wenigen Menschen vertrauen kann, ist eine große Aufgabe – eine, die nicht verlangt oder vorausgesetzt werden kann. Sie muss wachsen dürfen. Schritt für Schritt.


2. Führung muss Lebensrealitäten kennen, nicht nur Prozesse.

Wer Verantwortung für junge Menschen übernimmt, sollte wissen: Nicht alle starten vom selben Ausgangspunkt. Aber alle verdienen eine faire Chance, in der Arbeit zu wachsen – nicht sich zu verstecken.


𝐃𝐞𝐧𝐧 𝐝𝐚𝐬 𝐢𝐬𝐭 𝐢𝐡𝐫 𝐋𝐞𝐛𝐞𝐧. 𝐔𝐧𝐝 𝐮𝐧𝐬𝐞𝐫 𝐠𝐞𝐦𝐞𝐢𝐧𝐬𝐚𝐦𝐞𝐫 𝐀𝐮𝐟𝐭𝐫𝐚𝐠.

 
 
 

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