𝐃𝐚𝐬 𝐢𝐬𝐭 𝐮𝐧𝐬𝐞𝐫 𝐋𝐞𝐛𝐞𝐧.
- Patricia Pfarrhofer
- 4. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Eine Serie über das Jungsein im Heute – Lebensrealitäten, die berühren, irritieren und oft übersehen werden.
Folge 5: Die Qual der Wahl
„Ich fühle mich wie in einem Raum mit 1000 Türen. Nur ist leider keine angeschrieben.“
Das hat mir ein junger Mensch kürzlich gesagt, als wir über Beruf, Zukunft und Entscheidungsdruck gesprochen haben.
Wahlmöglichkeiten gelten als Freiheit.
Aber was, wenn sie zur Last werden?
Wenn keine Richtung vorgegeben ist – keine Bedeutung erkennbar, keine Begleitung spürbar – dann entsteht nicht Selbstbestimmung, sondern Überforderung.
Früh Entscheidungen treffen, die das Leben prägen sollen – aber ohne Kontext, ohne Erfahrung, ohne Gefühl für den eigenen Weg.
Das ist nicht Unentschlossenheit. Das ist der Wunsch nach Klarheit – inmitten von zu viel Möglichkeit.
Was mich beschäftigt:
Unsere Generation hat oft über fehlende Optionen geklagt. Aber was wir unterschätzt haben, ist:
𝐖𝐞𝐫 𝐚𝐥𝐥𝐞𝐬 𝐰𝐞𝐫𝐝𝐞𝐧 𝐤𝐚𝐧𝐧, 𝐦𝐮𝐬𝐬 𝐳𝐮𝐞𝐫𝐬𝐭 𝐡𝐞𝐫𝐚𝐮𝐬𝐟𝐢𝐧𝐝𝐞𝐧, 𝐰𝐞𝐫 𝐞𝐫 𝐢𝐬𝐭.
Und: Junge Menschen entscheiden sich – und sie entscheiden sich auch wieder um.
Ja, auch manchmal aus Laune, aber auch aus Erkenntnis.
Nicht nur, weil sie wankelmütig sind, sondern auch weil sie ernst nehmen, was sie beim Gehen lernen.
Nicht Orientierungslosigkeit ist das Problem. Sondern, dass kaum jemand Zeit hat, beim Suchen dabei zu bleiben. Dass es an Fragen fehlt, die helfen.
Und an Menschen, die den Mut machen, durch die erste Tür einfach mal zu gehen.
Was Unternehmen daraus lernen müssen:
1. 𝐎𝐫𝐢𝐞𝐧𝐭𝐢𝐞𝐫𝐮𝐧𝐠 𝐢𝐬𝐭 𝐅ü𝐡𝐫𝐮𝐧𝐠𝐬𝐚𝐮𝐟𝐠𝐚𝐛𝐞.
Junge Mitarbeitende brauchen keine Abkürzungen – sie brauchen jemanden, der mit ihnen die Landkarte liest.
Wer Orientierung bietet, schafft Bindung.
2. 𝐄𝐧𝐭𝐬𝐜𝐡𝐞𝐢𝐝𝐮𝐧𝐠𝐞𝐧 𝐛𝐫𝐚𝐮𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐒𝐩𝐢𝐞𝐥𝐫𝐚𝐮𝐦 – 𝐮𝐧𝐝 𝐞𝐢𝐧 𝐒𝐢𝐜𝐡𝐞𝐫𝐡𝐞𝐢𝐭𝐬𝐧𝐞𝐭𝐳.
Nicht jede Tür führt gleich zum Ziel. Aber jede Bewegung ist Teil des Lernens.
Unternehmen, die Platz für Erkundung lassen, werden zu Räumen, in denen Talente wachsen.
3. 𝐄𝐫𝐰𝐚𝐫𝐭𝐮𝐧𝐠𝐞𝐧 𝐚𝐧 𝐙𝐢𝐞𝐥𝐬𝐭𝐫𝐞𝐛𝐢𝐠𝐤𝐞𝐢𝐭 𝐦ü𝐬𝐬𝐞𝐧 𝐫𝐞𝐚𝐥𝐢𝐬𝐭𝐢𝐬𝐜𝐡 𝐛𝐥𝐞𝐢𝐛𝐞𝐧.
Wenn Klarheit da ist – wunderbar. Aber sie darf nicht vorausgesetzt werden. Wer am Anfang steht, darf sich noch orientieren. Alles andere führt zu Unsicherheit – oder zur Flucht.
Denn das ist ihr Leben. Und unsere Aufgabe.



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