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„𝐃𝐚𝐬 𝐰𝐚𝐫 𝐣𝐞𝐭𝐳𝐭 𝐭𝐫𝐚𝐧𝐬𝐢𝐧𝐭𝐞𝐧𝐭𝐢𝐨𝐧𝐚𝐥!" – 𝐖𝐇𝐀𝐓?

  • Patricia Pfarrhofer
  • 4. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

(𝘞𝘢𝘳𝘶𝘮 𝘨𝘶𝘵𝘦 𝘈𝘣𝘴𝘪𝘤𝘩𝘵𝘦𝘯 𝘮𝘢𝘯𝘤𝘩𝘮𝘢𝘭 𝘬𝘢𝘵𝘢𝘴𝘵𝘳𝘰𝘱𝘩𝘢𝘭 𝘭𝘢𝘯𝘥𝘦𝘯 – 𝘶𝘯𝘥 𝘸𝘢𝘴 𝘸𝘪𝘳 𝘥𝘢𝘳𝘢𝘶𝘴 𝘭𝘦𝘳𝘯𝘦𝘯 𝘮ü𝘴𝘴𝘦𝘯)


Es gibt Momente, in denen wir etwas sagen – und erst im Gesicht unseres Gegenübers erkennen, dass wir gerade etwas ausgelöst haben, das wir nie wollten. 

Ein Satz, der als Sorgfalt gemeint war, landet als Kritik. 

Eine Nachfrage, die Klarheit schaffen sollte, kommt als Misstrauen an. 

Und plötzlich steht etwas im Raum, das wir gar nicht beabsichtigt hatten.


Dieses „Oh nein, das war anders gemeint“-Phänomen hat einen Namen: 𝐓𝐫𝐚𝐧𝐬𝐢𝐧𝐭𝐞𝐧𝐭𝐢𝐨𝐧𝐚𝐥𝐢𝐭ä𝐭. 


Ein eher kompliziertes Wort für etwas zutiefst Alltägliches – und eines, das deutlich macht, dass Verantwortung mehr ist, als gute Absicht. 

Wir überschätzen häufig, wie linear die Wirkung unseres Tuns verläuft. 


Wir glauben, unsere Absicht sei klar genug, damit Menschen schon „verstehen werden, wie wir es gemeint haben“. Das ist bequem – aber nicht immer wahr. 𝐃𝐞𝐧𝐧 𝐢𝐦 𝐀𝐫𝐛𝐞𝐢𝐭𝐬𝐚𝐥𝐥𝐭𝐚𝐠 𝐳ä𝐡𝐥𝐭 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐧𝐮𝐫, 𝐰𝐚𝐬 𝐰𝐢𝐫 𝐰𝐨𝐥𝐥𝐭𝐞𝐧. 𝐄𝐬 𝐳ä𝐡𝐥𝐭 𝐯𝐨𝐫 𝐚𝐥𝐥𝐞𝐦 𝐝𝐚𝐬, 𝐰𝐚𝐬 𝐛𝐞𝐢𝐦 𝐚𝐧𝐝𝐞𝐫𝐞𝐧 𝐚𝐧𝐤𝐨𝐦𝐦𝐭.


Man sieht das in Konflikten besonders deutlich: 

Klärung kann eskalieren.

Hilfe kann bevormunden.

Ehrlichkeit kann verletzen. 

Entscheidend ist nicht die reine Absicht, sondern wie der Moment beim Gegenüber aufschlägt. 


Auch in der Politik zeigt sich dieser Mechanismus: 

Gut gemeinte Maßnahmen können das Gegenteil bewirken, weil komplexe Systeme anders reagieren als geplant. Wirkung folgt nicht der Logik der Absicht, sondern der Logik des Systems, in das sie hineinfällt. 


Und in Familien wird es noch deutlicher: 

Nähe kann Distanz auslösen.

Fürsorge kann als Kontrolle wirken.

Je enger die Beziehung, desto stärker die unerwarteten Nebenwirkungen. Familien sind Resonanzräume, in denen selbst kleine Sätze große Schatten werfen können.


Insbesondere 𝐅ü𝐡𝐫𝐮𝐧𝐠 findet ständig in solchen transintentionalen Räumen statt. Dort treffen Rollen, Erwartungen, Druck, Abhängigkeiten und unterschiedliche Lebensrealitäten aufeinander. Jedes Wort kann drei Bedeutungen haben – und nur eine davon war beabsichtigt. 


Wirksame Führung bedeutet deshalb, Kontexte mitzudenken, ohne zu glauben, man könne alles vorhersehen. Es bedeutet, Wirkung zu prüfen, statt sich auf die eigene Absicht zu berufen. Und es bedeutet, Irritationen zu korrigieren, wenn die Wirkung kippt – nicht mit Rechtfertigungen, sondern mit echtem Hinschauen. Das Bewusstsein darüber ist entscheidend.


Am Ende geht es nicht darum, alles richtig zu machen. Es geht darum zu erkennen, wo die Wirkung von der Absicht abweicht – und diese Momente als Lerneinladung zu verstehen. 


Wer sie wahrnimmt, kurz innehält und korrigiert, übernimmt echte Verantwortung. Genau daraus entsteht die Art von Führung, die nicht perfekt sein muss, sondern bewusst, lernfähig und menschlich.


 
 
 

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