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𝐃𝐮 𝐛𝐢𝐬𝐭 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐡𝐚𝐫𝐭 𝐠𝐞𝐧𝐮𝐠, 𝐮𝐦 𝐦𝐢𝐭 𝐝𝐞𝐧 𝐆𝐫𝐨ß𝐞𝐧 𝐦𝐢𝐭𝐳𝐮𝐬𝐩𝐢𝐞𝐥𝐞𝐧?

  • Patricia Pfarrhofer
  • 4. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Warum auf der "Siegerstraße" oft Leichen den Weg pflastern.


Mir wurde von meinen ersten Chefs oft gesagt, ich sei zu weich. Ich müsse mir eine härtere Haut zulegen. Nur so komme man an die Spitze. Nur so gehts voran. 


Ich habe es eigentlich nie gefühlt. Aber ich dachte mir: "Die werden schon wissen, wovon sie sprechen. Sie haben Erfahrung." 


Daher habe ich es versucht. Härter auftreten. Distanzierter sein. Gefühle nicht zeigen. Und es hat sich wirklich grottig angefühlt.


Es ist eine Mähr, die auch heute noch erzählt wird. In exklusiven Runden. Wenn niemand zuhört. Wer an die Spitze will, muss hart sein. Darf sich nicht von den Mitarbeitenden auf der Nase rumtanzen lassen. Dass man Druck braucht, Distanz, ein dickes Fell. Härte als Basis des Erfolges. 


Aber Härte ist kein Führungsprinzip. 

𝐇ä𝐫𝐭𝐞 𝐢𝐬𝐭 𝐧𝐮𝐫 𝐝𝐞𝐫 𝐌𝐚𝐧𝐠𝐞𝐥 𝐚𝐧 𝐚𝐧𝐝𝐞𝐫𝐞𝐧 𝐅ü𝐡𝐫𝐮𝐧𝐠𝐬𝐤𝐨𝐦𝐩𝐞𝐭𝐞𝐧𝐳𝐞𝐧. 

Sie mag kurzfristig Eindruck machen, doch langfristig zerstört sie Bindung, Motivation und Innovation.


Denn was Menschen wirklich überzeugt, ist etwas anderes: Kompetenz. Wissen, wovon man spricht. Umfassend verstehen, bevor man seinen Senf dazu gibt. Klarheit, Verbindlichkeit, Empathie, Konsequenz. 


Härte kann all das nicht ersetzen. Im Gegenteil: Sie treibt einen Keil in Beziehungen, zerstört Vertrauen und hinterlässt verbrannte Erde.


Unsere Gesellschaft feiert seit Jahrzehnten die „Gewinner“, die über Leichen gehen und dem Ziel alles unterordnen. Doch dieser Blick blendet aus, was auf dem Weg liegen bleibt: Menschen, die gebrochen wurden. Träume, die zerstört wurden. Chancen, die vergeben wurden – auf Vertrauen, Partnerschaft, Zusammenarbeit. Und trotzdem gelten diese „Harten“ als erfolgreich. Warum? Weil wir zu oft nur auf den kurzfristigen Gewinn schauen und dabei übersehen, wie hoch der Preis ist.


Ich denke: Wahre Führungsstärke sieht anders aus. Sie versteht es, menschlich Ziele zu erreichen. Und menschlich heißt nicht, Ziele zu redimensionieren oder Ansprüche kleinzureden. 

𝐌𝐞𝐧𝐬𝐜𝐡𝐥𝐢𝐜𝐡 𝐡𝐞𝐢ß𝐭, 𝐝𝐞𝐧 𝐖𝐞𝐠 𝐝𝐨𝐫𝐭𝐡𝐢𝐧 𝐠𝐞𝐦𝐞𝐢𝐧𝐬𝐚𝐦 𝐳𝐮 𝐠𝐞𝐬𝐭𝐚𝐥𝐭𝐞𝐧. 

Die Grundlage des Weges so zu bauen, dass Menschen ihn mitgehen können. So entstehen Leistung und Bindung zugleich: ambitioniert in den Zielen, klar in den Erwartungen, menschlich im Umgang.


Härte wirkt stark – ist aber schwach. Sie ersetzt keine Kompetenz. Sie zerstört Vertrauen. 


Welche Sätze ich statt dessen am Berufsanfang gerne gehört hätte?

„Deine Perspektive ist wertvoll.“

„Du musst nicht alles sofort können. Aber ich erwarte, dass du lernen willst – das ist deine wichtigste Leistung am Anfang.“


So. Oder so ähnlich. 

Ich glaube, die Zukunft gehört denen, die die Kompetenzen besitzen, Menschen zu verbinden, Orientierung zu geben und Vertrauen zu schaffen.


Härte ist kein Ersatz für Führungskompetenz. Punkt.

 
 
 

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