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𝐃𝐞𝐫 𝐒𝐜𝐡𝐨𝐜𝐤 𝐝𝐞𝐫 𝐞𝐫𝐬𝐭𝐞𝐧 𝐊ü𝐧𝐝𝐢𝐠𝐮𝐧𝐠𝐬𝐰𝐞𝐥𝐥𝐞 𝐮𝐧𝐝 𝐰𝐢𝐞 𝐦𝐚𝐧 𝐥𝐞𝐫𝐧𝐭, 𝐝𝐢𝐞𝐬𝐞 𝐖𝐞𝐥𝐥𝐞𝐧 𝐳𝐮 𝐫𝐞𝐢𝐭𝐞𝐧.

  • Patricia Pfarrhofer
  • 4. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Stell dir vor: Du bist 23 Jahre alt, der erste Job, voller Erwartungen. Und dann – plötzlich das Wort „Kündigungswelle“. So geht es derzeit vielen jungen Menschen in Österreich. Unternehmen stehen unter Druck: steigende Kosten, Unsicherheit, Transformation. Die Folge: Sparprogramme, Personalabbau. Entlassungswellen reißen Lücken in die Belegschaften – und hinterlassen Spuren.


Für junge Mitarbeitende ist das ein Erdbeben. Die erste Krise wirkt wie ein Tsunami: Orientierungslosigkeit, Hilflosigkeit, Ohnmacht. Nächte voller Fragen: Bin ich die Nächste? Was passiert, wenn ich gehen muss?


Erfahrene Kolleg:innen erleben dieselbe Situation anders. Auch sie kennen Unsicherheit. Doch wer schon mehrere solcher Phasen durchlebt hat, rüstet sich dafür. Über die Jahre füllt sich der eigene Werkzeugkasten: Schwimmhilfen, Sauerstoffgerät, Surfbretter – Bilder für Routinen und Strategien, die helfen, Stürme zu überstehen. Dieser Werkzeugkasten ist gelebte Resilienz. Junge Menschen haben ihn noch nicht. Für sie ist die erste Welle existenziell bedrohlich – und prägend.


Wer gibt ihnen im Sturm Orientierung? 

Auch Führungskräfte sind nicht frei von Angst. Viele erleben Jobabbau nicht nur als Entscheidung, die sie kommunizieren müssen, sondern als Bedrohung für die eigene Rolle. Doch das Verhalten der Vorgesetzten ist in diesen Phasen wichtiger denn je. 


Man kann die Rolle einer Führungskraft auch als die eines Kapitäns verstehen. Sie können den Sturm nicht verhindern, die Wellen nicht kleiner machen. Aber sie können steuern, Orientierung geben und dafür sorgen, dass die Crew den Kurs hält. Wie Kapitäne haben auch Führungskräfte ihre Navigationsgeräte: den Kompass, der Werte sichtbar macht. Den Sextanten, der den Blick zum Horizont hebt. Seekarten, die Erfahrungen bündeln. Ein Logbuch, das Entscheidungen nachvollziehbar macht. Und die Gespräche mit der Crew – Kommunikation als stärkster Halt. Diese Instrumente wirken nur, wenn wir sie nutzen.


In Krisen müssen Führungskräfte Kontext schaffen: Fakten einordnen, Gerüchte entkräften. Sie können Erfahrungen teilen, damit sichtbar wird: 𝐊𝐫𝐢𝐬𝐞𝐧 𝐥𝐚𝐬𝐬𝐞𝐧 𝐬𝐢𝐜𝐡 ü𝐛𝐞𝐫𝐬𝐭𝐞𝐡𝐞𝐧. Sie können Einschätzungen wagen, Unsicherheiten benennen. Sie können Vereinbarungen treffen, damit Alltag zurückkehrt. Und sie können zuhören, Räume öffnen, in denen Sorgen ausgesprochen werden dürfen.


So wird die erste Kündigungswelle nicht zum Trauma, sondern zu einer Lernerfahrung – und zu einem ersten Schritt in Richtung Resilienz.


Die Frage ist: Mit welchen Werkzeugen statten wir sie aus, damit sie nicht nur durchhalten, sondern gestärkt weitersegeln? 

👉 Welche Instrumente setzt du in deinem Unternehmen ein, um junge Menschen in stürmischen Zeiten zu stärken?

 
 
 

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