MÜHselig.
- Patricia Pfarrhofer
- 4. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Mir ist das Wort gestern einfach so rausgerutscht.
Ich war selbst überrascht.
Fast erschrocken.
𝘔Ü𝘏𝘴𝘦𝘭𝘪𝘨.
Ein Wort, das fast niemand mehr benutzt.
Schade eigentlich.
Es hat einen schönen Klang.
Klingt nach Wegstrecke.
Nach Atem.
Nach Anstrengung und echtem Leben.
𝘔Ü𝘏𝘴𝘦𝘭𝘪𝘨.
Nicht klagend,
auch nicht prahlend.
Ein Wort, das klar macht:
Manches braucht einfach Zeit.
Es erzählt vom Dranbleiben,
vom Tun,
vom Aushalten,
vom Noch-nicht-ganz.
𝘔Ü𝘏𝘴𝘦𝘭𝘪𝘨 als Gegenteil von gleichgültig.
Es ist Arbeit mit Seele.
Langsam.
Ungeschönt.
Echt.
Ich mag ja die,
die sich mühen.
Die, die nicht aufgeben,
wenn’s zäh wird.
Ich mag diejenigen, denen klar ist,
dass es manchmal nicht bequem ist.
Diejenigen, die nicht in lautes Wehklagen verfallen,
sobald es nicht mehr leicht geht.
Und manchmal frage ich mich,
wie wir diese Qualität bewahren.
Wie wir sie benennen,
lehren,
weitergeben an unsere Jungen –
in einer Zeit,
in der vieles leicht gemacht wird
und alles schnell vergeht.
Vielleicht,
indem wir selbst Mühe nicht vermeiden,
sondern zulassen.
Mühe nicht verstecken,
Anstrengung offen zeigen.
Und klar machen:
Die Dinge die zählen,
entsteht selten mühelos.
„Ich bemühe mich“ –
das klingt heute fast wie eine Entschuldigung.
Dabei steckt darin so viel Würde
und Zugewandtheit.
Rücksicht und Empathie.
Wer sich bemüht,
zeigt, dass ihm etwas nicht egal ist.
Dass er Teil von etwas sein will,
das größer ist als die eigene Bequemlichkeit.
Ich wünsche mir,
dass wir diesen Satz wieder mit Stolz sagen können.
Nicht entschuldigend oder als Makel,
sondern aufrichtig und ernst gemeint.
Denn in jeder Mühe
liegt Bedeutung.
Mühe formt uns,
während wir glauben,
etwas anderes zu formen.
Und am Ende,
wenn die Mühe sich legt,
bleibt sie doch da –
die Seligkeit.
Still.
Verdient.
Wahr.

𝘔Ü𝘏𝘴𝘦𝘭𝘪𝘨𝘬𝘦𝘪𝘵.
Was für ein schönes Wort.



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