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Willst du bei uns mitspielen? Die Kraft der Einladung - auch in der Arbeitswelt

  • Patricia Pfarrhofer
  • 4. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Jap, das bin ich. An meinem 7. Geburtstag. Zwei Zöpfe, ein paar Sommersprossen und dieses aufgeregte Gefühl, das man hat, wenn man mehr erwartet, als man begreifen kann. 


In diesem Alter gab es viele erste Male:

Erstes Mal Schule.

Erste Stunde in der Musikschule.

Und mein erstes Treffen bei den Pfadfindern.


Und irgendwie war es immer ähnlich. Man kommt irgendwo neu hinein – und plötzlich spielt der eigene Körper verrückt:

Unsicherheit kribbelt in den Armen. Der Blick sucht einen Halt, findet aber keinen. Man steht da, ein bisschen zu steif, ein bisschen zu still, und hängt in der Gegend herum wie ein vergessenes Rufzeichen.


Man kennt niemanden, wird kurz gemustert, bewertet, eingeordnet.

Man fühlt sich ausgestellt und gleichzeitig unsichtbar. Ein kindliches Wechselbad, das man so schnell nicht vergisst:

Hoffen, dass jemand auf einen zukommt und gleichzeitig fürchten, dass niemand es tut.

Und dann – nach dieser ersten, zähen Phase des Beschnupperns – kommt er plötzlich, dieser eine Satz, der alles verändert:

„Willst du bei uns mitspielen?“


Nur ein Satz, aber ein emotionaler Befreiungsschlag.

1000 Tonnen, die vom Herzen fallen. Nicht, weil man sofort dazugehört – sondern weil klar wird: Es kann Zugehörigkeit geben.

Es gibt einen Platz, eine Möglichkeit, ein kleines Stück Welt, das man betreten darf.


Dieses kindliche Wechselbad – Vibrieren, Hoffen, Versinken, Aufatmen – ist in Wahrheit ein sehr menschliches Grundmuster. Und es verschwindet nicht, nur weil wir älter werden.


Von der Kindheit in die Arbeitswelt


Der erste Job fühlt sich erstaunlich ähnlich an wie die ersten Schritte in einer neuen Kindergruppe. Man kennt die Regeln noch nicht. Man weiß nicht, wer miteinander kann, wer vorne steht, wer entscheidet.

Man trägt die eigene Unsicherheit wie einen zu großen Mantel vor sich her.

Man versucht, nicht im Weg zu stehen, und weiß gleichzeitig:

Man wird beobachtet – ein bisschen kritisch, ein bisschen neugierig.


Junge Menschen im Berufseinstieg erleben genau dieses Spannungsfeld:

Unsichtbarkeit und Sichtbarkeit zugleich. Der Wunsch, sich zu beweisen – und die Angst, falsch anzukommen.

Die Hoffnung auf Anschluss – und die Sorge, keinen Platz zu finden.


In dieser Phase entscheidet ein einziger Satz oft mehr, als man ahnt:

„Willst du bei uns mitspielen?“

Nicht wortwörtlich. Sondern als Einladung.

Als Signal: Wir sehen dich. Wir geben dir Raum.


Das ist Early Career Leadership in seiner einfachsten Form – und in seiner wirksamsten: Einladungen aussprechen. Räume öffnen. Unsicherheiten abfedern. Zeigen, dass Zugehörigkeit möglich ist.


Denn auch Erwachsene brauchen diesen Moment des Aufatmens.

Dieses Gefühl, dass jemand eine Hand ausstreckt.


Vielleicht sollten wir diesen kindlichen Satz viel öfter wiederbeleben – im übertragenen Sinn. Nicht aus Nostalgie. Sondern weil er auch im Arbeitsleben ein kleines Wunder bewirken kann.


Laden Sie Ihre jungen Mitarbeitenden ein. Das wirkt.

 
 
 

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