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„Können oder wollen sie nicht?“ Ich rede von jungen Menschen beim Einstieg in die Arbeitswelt. Nach Matura, Pflichtschule oder Hochschule. Egal.

  • Patricia Pfarrhofer
  • 4. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Diese Frage begleitet mich schon sehr lange. Mehr als 15 Jahre. Zuerst als Führungskraft von Berufseinsteiger:innen. Heute weiterhin als selbständige Beraterin.


Also: „Können oder wollen sie nicht (mehr)?“

Es ist vermutlich eines der heißesten Themen für Führungskräfte überhaupt.

Das zeigen zahllose Gespräche in Workshop- und Trainingspausen, Diskussionen mit Verantwortungsträger:innen, Dialoge mit Menschen, die sich ernsthaft Sorgen um Nachwuchs für ihr Unternehmen machen.


Und die schnelle Diagnose lautet oft:

Sie (die Jungen) können – UND sie wollen – offenbar nicht mehr.


Das Ambivalente an dieser Frage ist: Sie klingt nach Analyse.

Tatsächlich ist sie aber oft schon ein Urteil. Denn sie sagt meist mehr über unser Führungsverständnis aus als über die jungen Menschen, über die wir sprechen.


Sie verschiebt Verantwortung. Sie schiebt sie in großen Teilen zu den Jungen – und damit weg vom eigenen Einflussbereich.

Weg von der eigenen Führungsverantwortung.

Weg von der Gestaltungskraft, die jede Führungskraft für die ihr anvertrauten Menschen hat.

Weg von den Kompetenzen, die es braucht, um junge Menschen am Berufseinstieg gut zu führen.

Und weg von der persönlichen Qualität, die darüber entscheidet, ob im eigenen Team ein gedeihliches Miteinander entsteht – oder täglicher Horror.


Ich sage es offen: Ich habe es satt, diese Frage zu hören.

Denn sie endet fast immer gleich: „Wir sind der Situation ausgeliefert.“

„Wir haben keine Einflussmöglichkeiten.“


Ach wirklich?

Wir armen, erfahrenen Führungskräfte. Wir können also nur tatenlos zusehen

und uns in Erinnerungen an die gute alte Zeit flüchten.


Ich sage: Nein. Das lasse ich nicht gelten.

Es kann gelingen. 

Es muss gelingen. 

Das Gelingen ist nicht optional.


Erfahrene Führungskräfte – und auch erfahrene Mitarbeitende – tragen hier Verantwortung. Diese Verantwortung anzunehmen braucht Kompetenz.

Sie braucht Verständnis. Und sie braucht ein Führungsmodell, das Orientierung in der Praxis gibt. 


Genau daran habe ich gearbeitet. 15 Jahre operativ. Und die letzten 12 Monate auch theoretisch. Tausende Stunden. Es ist auf den letzten Metern.

Und ich weiß aus eigener Erfahrung: Es ist möglich.

Und es hat zu tun mit dem Verständnis von Macht und Kontrolle, mit Dialog, Lebensoptionen, Würde und Sinn – und mit konkreten Entscheidungen im Führungsalltag.


Stay curious. The best is yet to come.

 
 
 

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